|
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
|
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Die Fußballweltmeisterschaft 2006 ist ja Dank der Schützenhilfe von Martin Sonneborn (vermeintliche Titanic-Bestechungsbriefe) in Deutschland gelandet. Aber da es zu diesem Ereignis noch sehr lange hin ist, beschäftigen wir uns lieber mit dem sinkkasten-Programm im September 2000:
|
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
![]() |
mi. 13.09. JAW "No Blue Peril" [Mixed Pop] Mit amerikanischem Originaltitel hieß der Filmklassiker "Der weiße Hai", also nicht Teil 6 oder 121/2, schlicht und ergreifend "Jaws". Darin geht es um die irdischen Leistungen von Ober- und Unterkiefer. Menschen hingegen sind weniger beißfreudig und nutzen die Möglichkeiten zum Öffnen und Schließen des Mundes subtiler, wie es Ernst Jandl bestens beschrieben hat. Mancher nutzt die Bewegung, um singen zu können, so auch Pascal Finkenhauer, der bei der Lüneburger Band Jaw die Texte lanciert. Benannt hat man allerdings nicht nach dem Film, sondern nach dem Surfer-Paradies Jaws, dessen turmhohe Wellen an der Nordküste der Insel Maui anschlagen - wo die Gewässer wahrscheinlich auch nicht raubfischfrei sind. Das Trio verklausuliert das Wellenreiten als Sinnbild des Lebens und überhaupt; außerdem serven sie durch die Musikstile - die Popmixtur besteht aus: Big Beat, Elektro, Grunge, Techno, House, Rave, Drum'n'Bass und und und! AK: 14,- DM |
||
![]() |
fr. 15.09. MERQURY "The Show Must Go On!" Echte Fans von Queen haben Zuhause die in einer perfekt, wie der den Musikern üblichen Pedanterie entsprechend, nachgebildeten Papp-Flightcase verpackte Schallplatten-Gesamtausgabe der Gruppe. Ähnlichem Perfektionismus sind die Musiker von MerQury sowieso verfallen, sonst könnten sie die ausgeklügelten Arrangements der einstigen Supergroup auch gar nicht live darbieten. Der aus Kanada stammende Vorsänger Johnny Zatyiny hat immerhin seine musikalische Vorbildung bei einer Operndiva genossen. Auch bieten sie einiges in der Kostümierung und treiben sonstigen Aufwand um eine glamouröse Show abzuliefern, die den Vorbildern zur Ehre gereicht. Dennoch treiben sie ihren Gigantismus nicht auf die Spitze, sie wollen ihre Götter ja auch keinesfalls entthronen, sondern Tribut zollen. Und das tun sie gemeinhin mit wachsendem Erfolg. AK: 18,- DM |
||
![]() |
fr. 22.09. HOT STUFF
Seit es Farbfernsehen gibt, lohnt es sich wirklich bunte Klamotten zu tragen - am Freitag, den 25. August 1967 drückte Willy Brandt, der damalige Außenminister der Großen Koalition unter Interimskanzler Kurt-Georg Kiesinger, im Rahmen der Berliner Funkausstellung auf den berühmten roten Plastikknopf zum Start der europäischen Einführung des Farbfernsehens. Die neue Buntheit quoll allerdings erst so richtig in den 70ern in die deutschen Wohnstuben. Und dementsprechend war die Mode. Die Frankfurter Formation Hot Stuff rührt kräftig an dieser Vergangenheit. Mit artgerechten Kostümen und der richtigen Portion Disco-Stimmungshits läßt sich mühelos an den Grundfesten demokratischer Popmusikstrukturen rütteln, denn alles, was damals schlimm war, ist ja heute wieder gut! AK: 15,- DM |
||
![]() |
mo. 25.09. POPA CHUBBY "How'd A White Boy Get The Blues" Mit Flying-V-Gitarre steht Popa Chubby an einer Art Eschersheimer-Tor-U-Bahn-Station in New York und zelebriert damit seine Rock'n'Roll-Ideologie als vollausgereifte Pose des Muckertums. In Stücken wie "Daddy Played The Guitar And Mama Was A Disco Queen" erzählt er wahre Geschichten vom urbanen Überleben im Nabel der Welt. Mit witzigen Details und Anekdötchen wartet er auf. Er gibt zu, in der High School Menthol-Zigarretten geraucht zu haben, welches Verbrechen schon damals Uschi Obermaier verübte, als sie mit Rainer Langhans das schönste Paar der Apo bildete, da sie in der Kommune 1, dem dogmatisch ausgewiesenem Terrain für Selbstgedrehte, Reyno schmauchte. Er bringt der schnellen Metropole, höre O-Ton Nina Hagen: "die heißeste Stadt", den Blues zurück. Zutiefst amerikanisch verwurzelte Musik, dargeboten in Leopardenmuster-Schuhen und ebensolchem Hut. Einfach ein Spaß-Happen, der nichts mit Hundefutter gemein hat! VVK: 24,- DM |
||
![]() ![]() |
fr. 29.09. MADHOUSE FLOWERS Unsere wohlgeübte Silvester-Band Madhouse Flowers macht auch außerhalb der Schneemann-Zeit Musik. Und das ganze riecht, schmeckt und fühlt sich wie immer nach Achtziger Jahren an, aber auch aktuellere Sachen aus den Neunzigern kommen keinesfalls zu kurz. Doch während die drei vorgenannten Sinne irgendwann satt werden, sind Auge und Ohr noch lange nicht müde, sie sind ohnehin immer durstig nach audiovisuellen Dingen. Die prätentiöse Attitüde und der essentielle Klang sind die Hauptbestandteile von Rock'n'Roll. Der Geruch vom Tanz in Leder schwillt durch den Raum; die Zeit hebt und senkt sich und löst sich schlußendlich in gitarrengesättigten Dimensionen auf. Das wäre dann der wahre Rock-Pop in Concert, wie es das ZDF wohl sogar schon 1979 nannte. Und als Gegenentwurf zum Rockpalast in der ARD, mit Live-Musik auf großer Bühne, den nächtlichen Musikenthusiasten aufzuwecken gedachte. AK: 16,- DM |
||
Eintritt Nordwestzentrum - Hertie Zeil - Saturn-Hansa - VVK Liebfrauenberg - VVK-Bockenheim - Musikladen - Best Tickets Zeilgalerie - Ticket Plus |
zurück | ||
| Jahresüberblick | |||